© Europäischer Kulturpark
Römische
Palastvilla
Mitten im Kulturpark erhebt sich das beeindruckende Areal einer der größten gallo-römischen Villenanlagen im Saar-Mosel-Raum.
Die Villa von Reinheim zählt mit ihrer Fläche von 7 Hektar zu den größten ihrer Art in der Region. Ihre Blütezeit hatte sie im 2. Jahrhundert n. Chr., als das Landgut vermutlich im Besitz einer einflussreichen Familie aus der gallischen Oberschicht war. Heute können Sie die nahezu vollständig freigelegten Überreste erkunden, rekonstruierte Gebäude betreten und im Obergeschoss der Taverne die Funde aus der Villa besichtigen.
Die Anlage
Das ummauerte Hofareal war 300 Meter lang und 135 Meter breit, das Hauptgebäude im Norden maß fast 80 mal 62 Meter. Bei der Anlage handelt es sich um eine Villa des längsaxialen Typs: Dem Wohngebäude ist ein längsaxialer Wirtschaftshof vorgelagert, eine Bauweise, die typisch für die gallischen und germanischen Provinzen ist, im römischen Kerngebiet aber nicht vorkommt.
Zur Anlage gehörten ein Wirtschaftshof mit 13 Nebengebäuden sowie eine Hoffläche von mehr als 44.000 Quadratmetern. Unter den Funden stechen zwei besonders hervor: eine Parademaske sowie eine Statue der Göttin Fortuna, welche Hinweise auf den außergewöhnlichen Reichtum und die gesellschaftliche Stellung der Villenbesitzer sind.
Was zu sehen ist
Neben Teilen der Ostmauer des Wirtschaftshofes wurde 2006 das Torhaus rekonstruiert, 2007 folgte das Nebengebäude 1 und 2012 das Nebengebäude 6. Letzteres beherbergt im Untergeschoss die Taverne und im Obergeschoss Ausstellungsräume mit Funden aus der Villenanlage. Auch der Ziergarten vor dem Hauptgebäude sowie die Säulen der Portikus wurden rekonstruiert.
Die Böden der einzelnen Gebäude wurden mit farbigem Splitt aufgefüllt, um die einstigen Innenräume visuell erfahrbar zu machen.
Die Ausgrabungen – damals und heute
Erste Grabungen auf dem Gelände fanden bereits Anfang des 19. Jahrhunderts statt. Die systematische Freilegung begann 1987 und dauert bis heute an. Der Park ist damit auch ein aktives Forschungszentrum. Wer Glück hat, erlebt bei seinem Besuch Archäologen bei der Arbeit.
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Die römische Villa gehört zum Freigelände des Parks und nicht zu den musealen Bereichen. Somit ist die Villa ohne Eintrittskarte begehbar.
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Alle freigelegten Gebäudeteile – mit Ausnahme des Inneren von Nebengebäude 1 und des Torhauses – sind begehbar. Die Ausstellung im Obergeschoss der Taverne ist mit gültiger Eintrittskarte zugänglich.
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Ja, die Ausgrabungen laufen seit 1987 kontinuierlich. Bei einem Besuch können Sie unter Umständen Archäologen bei ihrer Arbeit beobachten.
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Die Villa ist mit dem Rollstuhl nur bedingt befahrbar, da historische Mauerschwellen und Stufen nicht entfernt werden können. Die Böden der einzelnen Gebäude sind mit Splitt aufgefüllt.