© Europäischer Kulturpark
Keltisches
Fürstinnengrab
Das Grab der Fürstin von Reinheim ist einer der bedeutendsten Grabfunde aus keltischer Zeit. Der Grabhügel wurde rekonstruiert und für Besucher begehbar gemacht, sodass Sie sich die Grabstelle gut vorstellen können.
Das Fürstinnengrab von Reinheim gilt als das bisher reichste Fürstinnengrab der Frühlatènezeit in Mitteleuropa und es liegt direkt hier im Europäischen Kulturpark. Der Fund wurde zur Keimzelle des gesamten Kulturparks und zieht bis heute Besucherinnen und Besucher aus ganz Europa an. Im rekonstruierten Grabhügel können Sie die Grabkammer betreten und die kostbaren Beigaben der Fürstin hautnah erleben.
Die Entdeckung
1954 stieß man beim Kiesabbau in der Talaue der Blies auf einen Grabhügel von 23 Metern Durchmesser und fast fünf Metern Höhe, der von einem Graben umgeben war. Was zunächst wie ein zufälliger Fund wirkte, entpuppte sich als einer der bedeutendsten archäologischen Funde Mitteleuropas: die Grabkammer einer reichen Frauenbestattung aus dem frühen vierten Jahrhundert vor Christus.
Die Fürstin und ihre Beigaben
Am Hals, an den Handgelenken und an den Fingern trug die bestattete Fürstin Ringe aus Gold sowie Glas und Ölschiefer, reich verziert mit Menschen- und Tierköpfen. Das Leichengewand war mit mehreren Fibeln verschlossen, darunter eine in der Form eines Hahnes. Neben der Verstorbenen fanden sich ein blankpolierter Bronzespiegel sowie Ketten mit Perlen aus Bernstein.
Besonders außergewöhnlich: Der Bronzespiegel gehört in ganz Mitteleuropa zu nur drei bekannten Funden dieser Art. Sein Handgriff zeigt eine janusköpfige weibliche Figur mit sakraler Bedeutung . Er wurde nach griechischem Vorbild von einem keltischen Handwerker gefertigt. Ergänzt wird das Ensemble durch Importgüter aus fernen Regionen Europas, die den weitreichenden Handel der keltischen Führungsschicht belegen.
Die Rekonstruktion – heute begehbar
Zwischen 1996 und 1999 wurden der Grabhügel sowie die beiden benachbarten Grabhügel etwa 100 Meter vom eigentlichen Fundort entfernt im Maßstab 1:1 rekonstruiert. Im Inneren des begehbaren Hügels werden Nachbildungen aller wichtigen Fundstücke ausgestellt, die Grabkammer ist vollständig rekonstruiert.
Über einen barrierefreien Gang steigt man in die dunkle Grabkammerkuppel hinab. Unten angekommen trifft man auf die Grabkammer hinter einer Glasscheibe mit einer lebensgroßen Frauenfigur in typischer Kleidung und originalgetreuem Schmuck. Eine Sitzbank lädt zum Verweilen ein.
Praktische Hinweise
Im Eingangsbereich des Fürstinnengrabes befinden sich ein Museumsshop sowie eine Kasse, an der Eintrittskarten für den gesamten Park erworben werden können. Die Originale der Grabbeigaben sind im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken ausgestellt, im Kulturpark sehen Sie naturgetreue Kopien.
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Die durch das Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz restaurierten Originale sind im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken ausgestellt. Im Kulturpark sind hochwertige, naturgetreue Kopien zu sehen.
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Obwohl historisch belegt ist, dass es eine reiche, sozial hochstehende keltische Führungsschicht gab, ist nicht überliefert, wie die Kelten selbst ihre Mitglieder nannten. Treffender wären eigentlich die Begriffe Prunkgrab oder Elitegrab. „Fürstinnengrab" ist als Bezeichnung einer Kategorie zu verstehen, nicht als Hinweis auf einen Titel nach heutigem Verständnis.
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Die Kombination aus Goldschmuck, Importgütern aus ganz Europa und dem seltenen Bronzespiegel macht das Grab einzigartig. Es ist eines der wenigen vollständig erhaltenen Frauengräber dieser Art in Mitteleuropa – und der Ausgangspunkt für die Gründung des gesamten Kulturparks.
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Das Fürstinnengrab ist mit dem Rollstuhl zugänglich. Für weitere Details zur Barrierefreiheit besuchen Sie unsere Seite Barrierefreier Besuch.
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Ja, mit gültiger Eintrittskarte können Sie das Fürstinnengrab jederzeit eigenständig besuchen. Auf Anfrage sind auch Führungen buchbar.