Biodiversität im urbanen Raum
Im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms der VHS findet am 23. Mai 2026 ab 15 Uhr auf der Streuobstwiese im Rohrbachtal eine öffentliche Begehung mit zahlreichen Informationen statt.
Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas. Die über 5.000 Quadratmeter große Fläche im Rohrbachtal, gelegen als grünes Bindeglied zwischen St. Ingbert und Rohrbach entlang der B 40, ist ein herausragendes Beispiel für dieses wertvolle Zusammenspiel aus Ökologie und Landschaftspflege. Was 1991 mit ersten Pflanzungen durch den NABU St. Ingbert begann, hat sich über 35 Jahre hinweg zu einem geschützten Naturgut entwickelt, das nicht nur der Tierwelt dient, sondern auch Passanten als Inspiration für den eigenen Garten begeistert.
Ein Blick auf die Zahlen offenbart das ökologische Potenzial: Sensationelle 116 Pflanzen- und 67 Tierarten wurden hier im letzten Jahr gezählt. Schmetterlinge, Wildbienen, Eidechsen und Vögel finden auf dieser extensiv bewirtschafteten Fläche Futter und Lebensraum, die in der modernen Agrarlandschaft oft fehlen. Das Geheimnis dieser Vielfalt liegt in den bewusst geschaffenen Nischen. Alte, perfekt an das saarpfälzische Klima angepasste Obstsorten von Äpfeln, Birnen und Zwetschgen wechseln sich ab mit stehendem Totholz und „Benjeshecken“ – aus Astmaterial aufgeschichteten Wällen, die Schutzräume bieten. Hier geht es nicht um wirtschaftlichen Ertrag, sondern konsequent um den Erhalt dieses biologischen Genschatzes.
Dank umfangreicher Revitalisierungsarbeiten präsentiert sich das Areal heute in neuem Glanz. Dass dieses Paradies auch Herausforderungen wie den Wühlspuren von Wildschweinen trotzen muss, gehört zur Realität des Naturschutzes vor Ort. Um diese Zusammenhänge greifbar zu machen, dient die Wiese als Lernort für Schulklassen. Ein neuer Meilenstein ist die frisch eingeweihte Schautafel am Wegesrand: Von A wie Ackerhummel bis Z wie Zitronenfalter lädt sie Spaziergänger und Touristen dazu ein, die Tier- und Pflanzenwelt der Saarpfalz ganz neu zu entdecken.