Die Fortuna von Reinheim

Teil 1 aus unserer Reihe "Besondere Objekte aus der Sammlung"

Die „Fortuna von Reinheim“ wurde im 19. Jh. bei Grabungen im Bereich der Villa gefunden. Das Original befindet sich seither im Historischen Museum der Pfalz in Speyer, eine Replik ist im Museum B6 im Europäischen Kulturpark zu sehen. Interessant ist allerdings, dass es sich vermutlich gar nicht um die Fortuna handelt, denn gegen diese ursprüngliche Deutung sprechen die kleinen Füße, die auf dem Sockel, neben der „Fortuna“ zu finden sind. So dürfte es sich um die Darstellung der Kybele und ihrem Begleiter Attis handeln.
Kybele, die neben der Verkörperung der Fruchtbarkeit auch als Beschützerin der Städte galt, trägt meist als Attribut eine Krone in Form einer Stadtmauer auf dem Kopf. Die Sandsteinfigur aus Reinheim stammt aus dem 2./3. Jh. n. Chr. Als weiteres Attribut hält sie in ihrem linken Arm ein Füllhorn, vermutlich mit Granatäpfeln gefüllt (Symbol für Fruchtbarkeit). Diese Statue dürfte im Zusammenhang mit dem Häuslichen Kult gestanden haben, vermutlich in einem Hausaltar des Hauptgebäudes der Villa.

Merkmale:
•Ikonografie: Berggottheit, Götter der klassischen Mythologie
•Material: Sandstein
•Maße: 82 cm
•Technik: gemeißelt, geschliffen, geglättet

➡️Hinweise zum Mythos und weitere spannende Fakten zu der „Fortuna von Reinheim“ findet Ihr unter: saarland.digicult-museen.net