Das Wirtschaftsgebäude B1

Teil 5 aus unserer Reihe "Besondere Objekte aus der Sammlung" in diesem Fall ein Bauwerk.

Im Inneren des Gebäudes, welches einen Stampflehmfußboden aufwies befanden sich ein Ofen und eine weitere Feuerstelle. Die ältesten Keramikfunde weisen auf eine Errichtung in der zweiten Hälfte des 1. Jh. n. Chr. hin. Der hölzerne Vorgängerbau wurde durch ein Steingebäude ersetzt, wie Tongefäße aus der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts, die in der Schicht unter den Steinrampen gefunden wurden, belegen. Die imposanten Tore (2,3m breit) verweisen darauf, dass das Einfahren von Wagen vorgesehen war und so könnte man auf eine Nutzung des Gebäudes als Speicherbau oder Scheune schließen. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts wandelte sich die Funktion des Gebäudes, denn die Feuerstellen machten die Durchfahrt von Wägen unmöglich. Die jüngsten Funde stammen aus dem 4. Jahrhunderts., als der Bau bei einem Brand zerstört wurde.

Das Gebäude wurde im Jahr 2007 nach Vorbildern aus dem 2. und frühen 3. Jh. n. Chr. rekonstruiert. Hierzu dienten zwei spektakuläre Entdeckungen in Oberndorf-Bochingen (Baden-Württemberg) und Lebach (Saarland). An diesen Orten fand man Nebengebäude deren Wände komplett umgestürzt waren und somit ihre ursprünglichen Dimensionen und das Aussehen bewahrt blieben.

➡️Weitere spannende Fakten zu den Gebäuden im Wirtschaftshof und zur Villa findet Ihr unter anderem in dem Buch: Die Villa von Reinheim. Ein ländliches Domizil der gallo-römischen Oberschicht von Andreas Stinsky.

Auf den Bild neben dem rekonstruierten Gebäude B1 sieht man ein Nebengebäude einer Villa (Lebach, Saarland) bei den Ausgrabungen.